Selbst gemachte Ravioli schmecken unvergleichlich gut und lassen sich ganz nach deinem Geschmack füllen. Wenn du Ravioli selber machen möchtest, benötigst du nur wenige Zutaten für einen klassischen Ravioliteig. Mit einer passenden Ravioli Füllung, etwas Geduld und einem guten Grundrezept gelingen dir köstliche Kräuterravioli, die sich vielseitig variieren lassen. Gleichzeitig lernst du, wie du den Nudelteig selber machen kannst und worauf es beim Ausrollen, Füllen und Kochen ankommt.
Das Schöne an hausgemachter Pasta ist ihre Vielseitigkeit. Du kannst den Teig klassisch verwenden oder zwischen zwei Nudelplatten frische Basilikumblätter, feine Kräuter oder essbare Blüten einarbeiten. Dadurch entstehen dekorative Ravioli, die nicht nur hervorragend schmecken, sondern auch optisch beeindrucken. Wenn du meinen Beitrag über Blütennudeln bereits kennst, kannst du dieselbe Technik auch für dieses Rezept verwenden. Wobei mein Ravioli Maker ein Muster auf dem Nudelteig hinterlässt, verwende ich hierbei lieber nur Blätter und keine Blüten. So kommt das Muster etwas mehr zur Geltung. Das Auge isst ja schließlich mit.
Ravioli selber machen – das brauchst du
Für einen klassischen Ravioliteig benötigst du nur zwei Grundzutaten.
Zutaten für den Ravioliteig
- 400 g Mehl Typ 00 oder hochwertiges Pizzamehl
- 4 Eier
Als Faustregel gilt:
Auf 100 g Mehl kommt 1 Ei.
Mit dieser einfachen Grundregel kannst du jede gewünschte Teigmenge problemlos berechnen.
Ravioliteig – welches Mehl eignet sich?
In Italien wird traditionell Mehl Typ 00 verwendet. Es ist besonders fein vermahlen und sorgt für einen geschmeidigen, elastischen Teig.
Da originales Typ-00-Mehl in Österreich oft nur schwer erhältlich ist, verwende ich gerne hochwertiges Pizzamehl. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit dem Pizzamehl Molino Caputo Cuoco gemacht. Es lässt sich hervorragend verarbeiten und ergibt einen elastischen Ravioliteig, der sich sehr dünn ausrollen lässt.
Falls du dieses Mehl nicht bekommst, gelingt der Teig auch mit einer Mischung aus österreichischem Weizenmehl und etwas griffigem Mehl.
Nudelteig selber machen – Schritt für Schritt
Gib das Mehl in die Schüssel deiner Küchenmaschine und füge die Eier hinzu. Knete den Teig etwa zehn Minuten, bis er glatt, elastisch und geschmeidig ist.
Natürlich kannst du den Nudelteig auch von Hand kneten. Das dauert etwas länger, liefert aber ebenfalls ein sehr gutes Ergebnis.
Forme den Teig zu einer Kugel, decke ihn gut ab und lasse ihn mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen. Ich gebe ihn in eine Schüssel mit Deckel oder in Frischhaltefolie. Während dieser Zeit entspannt sich das Klebergerüst. Dadurch lässt sich der Teig später deutlich leichter ausrollen und reißt seltener.
Anschließend teilst du den Teig in kleinere Portionen und rollst ihn mit der Nudelmaschine nach und nach zu dünnen Platten aus. Beginne mit der größten Walzenöffnung und arbeite dich langsam bis zur gewünschten Stärke vor. Dabei wird die Teigplatte immer wieder zusammengefasst und erneut ausgewalzt. Solange bis die Platte eine schöne ganz glatte Struktur aufweist. Anschließend kannst du die Platte mit Basilikumblättern belegen und mit einer weiteren Nudelplatte abdecken. Etwas andrücken und wieder durch die Walze laufen lassen. Das war nun das letzte mal. Nun gibt man die Nudelplatte auf das Raviolibrett.
Ravioli Füllung – meine liebsten Varianten
Eine gute Ravioli Füllung sollte aromatisch, aber nicht zu flüssig sein. Zu viel Feuchtigkeit kann dazu führen, dass der Teig weich wird oder beim Kochen aufplatzt.
Besonders gerne verwende ich:
- Frischkäse mit frischen Kräutern
- Frischkäse mit Bärlauchpaste
- Frischkäse mit Basilikumpesto
- Frischkäse mit Radieschengrünpesto
- Ricotta mit Parmesan
- Ricotta mit Kräutern
- Frischkäse mit Schnittlauch
- Parmesan-Creme ist mein absoluter Favorit.
Du kannst deine Ravioli-Füllung jederzeit an die Jahreszeit anpassen und frische Gartenkräuter verwenden.
Kräuterravioli mit Basilikumblättern und essbaren Blüten
Diese Variante mögen wir besonders gerne.
Zwischen zwei dünne Nudelplatten lege ich kleine Basilikumblätter verschiedener Sorten. Nach dem letzten Durchgang durch die Nudelmaschine bleiben die Blätter sichtbar im Teig eingeschlossen und verleihen den Ravioli eine wunderschöne Optik.
Auch essbare Blüten eignen sich hervorragend. Ringelblumen, Hornveilchen oder kleine Gänseblümchen machen aus jeder Ravioli ein kleines Kunstwerk.
Wenn du wissen möchtest, wie diese Technik genau funktioniert, findest du auf meinem Blog auch einen ausführlichen Beitrag über Blütennudeln.
Ravioli selber machen mit einer Holzform
Nachdem ich schon viele Jahre Pasta selbst herstelle, habe ich mir hochwertige Ravioliformen aus Holz gekauft. Sie erleichtern die Arbeit und sorgen für gleichmäßig geformte Ravioli mit einer schönen Prägung. Ich bin ganz begeistert von diesen Formen.
Vor dem Belegen bemehle ich die Form leicht. Danach lege ich die erste Nudelplatte darüber und drücke sie vorsichtig in die Vertiefungen.
Nun kommt jeweils etwas Füllung hinein.
Anschließend decke ich alles mit einer zweiten Nudelplatte ab und rolle mehrmals mit dem Nudelholz darüber. Dadurch verbinden sich beide Teigplatten sauber miteinander.
Jetzt lassen sich die fertigen Ravioli leicht aus der Form lösen und sauber ausschneiden.
Kräuterravioli richtig kochen
Bringe einen großen Topf mit reichlich Wasser zum Kochen und salze das Wasser großzügig.
Lege die Ravioli vorsichtig hinein.
Nach wenigen Minuten steigen sie an die Wasseroberfläche. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass sie gar sind.
Nimm die Ravioli mit einer Schaumkelle heraus und lasse sie kurz abtropfen.
Ravioli servieren
Hausgemachte Ravioli benötigen keine schweren Soßen. Eine leichte Begleitung bringt den Geschmack der Füllung besser zur Geltung.
Sehr gut passen:
- zerlassene Butter
- Salbeibutter
- Zitronenbutter
- gutes Olivenöl
- frisch geriebener Parmesan
- eine feine Kräutersoße
10 geniale Tipps für perfekte Ravioli
1. Halte dich an die Grundregel 100 g Mehl und 1 Ei.
2. Verwende möglichst feines Mehl oder hochwertiges Pizzamehl.
3. Knete den Ravioliteig mindestens zehn Minuten.
4. Lasse den Teig eine Stunde ruhen.
5. Rolle den Teig langsam und gleichmäßig aus.
6. Verwende keine zu flüssige Ravioli Füllung.
7. Bemehle deine Ravioliform leicht.
8. Drücke möglichst wenig Luft in den Ravioli ein.
9. Koche die Ravioli in reichlich Salzwasser.
10. Serviere sie mit Butter und frisch geriebenem Parmesan.
Häufige Fragen zu Ravioli selber machen
Kann ich Ravioli ohne Nudelmaschine herstellen?
Ja. Mit einem Nudelholz gelingt das ebenfalls. Wichtig ist, dass die Teigplatten möglichst gleichmäßig dünn werden.
Kann ich Ravioli einfrieren?
Ja. Lege die ungekochten Ravioli zunächst einzeln auf ein bemehltes Brett und friere sie vor. Danach kannst du sie portionsweise verpacken.
Welche Kräuter eignen sich für Kräuterravioli?
Basilikum, Petersilie, Kerbel, Thymian, Oregano, Schnittlauch und kleine Salbeiblätter eignen sich besonders gut. Auch essbare Blüten sorgen für eine außergewöhnliche Optik.
Wie lange müssen Ravioli kochen?
Je nach Dicke des Teiges sind frische Ravioli nach etwa drei bis fünf Minuten fertig. Sobald sie an die Oberfläche steigen, kannst du prüfen, ob sie die gewünschte Konsistenz erreicht haben.
Selbst gemachte Ravioli sind weit mehr als nur ein Pastagericht. Mit einem guten Ravioliteig, einer aromatischen Ravioli Füllung und frischen Kräutern entstehen kleine Köstlichkeiten, die sich immer wieder neu variieren lassen. Ob klassisch oder als dekorative Kräuterravioli mit Basilikumblättern und essbaren Blüten – hausgemachte Pasta schmeckt frisch zubereitet einfach am besten.
© Marlies Schneider, Buchautorin, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse und Kräuterwanderungen in Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz
Haftungsausschluss/Disclaimer
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn, du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.
Teilen mit:
- Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken
- Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
- Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
- Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
- Auf Pinterest teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Pinterest
- Auf Telegram teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Telegram
- Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp